Erwerbsminderungsrente: Wieviele Stunden darf ich arbeiten?

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Wenn Sie dauerhaft erkranken oder zum Beispiel aufgrund eines Unfalls eine Behinderung haben, können Sie nicht mehr voll arbeiten. Um den Verlust des Gehalts auszugleichen, haben Sie Anspruch auf die sogenannte Erwerbsminderungsrente (EM-Rente), die Sie entweder in der vollen Höhe oder als teilweise Rente beziehen können. Hier erfahren Sie, wie viele Stunden Sie arbeiten dürfen, um sich nach wie vor für die EM-Rente zu qualifizieren.

Volle Erwerbsminderungsrente: Wie viele Stunden arbeiten?

Für die volle Erwerbsminderungsrente, die einen großen Teil Ihres vorherigen Gehaltes ersetzt, müssen Sie nachweisen, dass Sie nicht mehr als drei Stunden pro Tag arbeiten können. Dafür ist ein ärztliches Attest sinnvoll. Letztendlich ist es aber die Rentenversicherung, die über Ihren Fall entscheidet und Ihre (verbleibende) Arbeitsfähigkeit einschätzt. In diesem Artikel erklären wir Ihnen, welche Formulare und Unterlagen Sie für den Antrag brauchen und wie Sie Ihre Chancen auf volle EM-Rente erhöhen können.

Sollten Sie in der Lage sein, noch zwischen drei und sechs Stunden am Tag zu arbeiten, ist die teilweise Erwerbsminderungsrente für Sie relevant. Wichtig ist für alle jüngeren Arbeitnehmer, die nach dem 2. Januar 1961 geboren wurden, dass sie in keinem Beruf mehr arbeiten können. Das heißt für alle jüngeren, erwerbsgeminderten Menschen, dass Sie sich auch in anderen Branchen umschauen müssen, bevor Sie EM-Rente beantragen können. Nur ältere Arbeitnehmer, die vor dem Stichtag geboren sind, haben den Vorteil, dass ihr tatsächlich erlernter Beruf den Maßstab darstellt. Sollten Sie in diesem Feld nicht mehr arbeitsfähig sein, müssen Sie sich nicht anderweitig umschauen, sondern können direkt Erwerbsminderungsrente beantragen.

Hinzuverdienst bei der vollen Erwerbsminderungsrente

Darüber hinaus spielt es für den Erhalt der Erwerbsminderungsrente eine wichtige Rolle, ob Sie einen Nebenjob haben. Sowohl für volle als auch für teilweise Erwerbsminderungsrentner gilt, dass es erlaubt ist, einen Hinzuverdienst zu gewinnen. Allerdings gibt es hier wichtige Grenzen. Für Empfänger einer vollen EM-Rente gilt, dass Sie nicht mehr als 6.300 Euro im Jahr hinzuverdienen dürfen.

Erwerbsminderungsrente 2019 HöheEmpfänger einer teilweisen EM-Rente hingegen erhalten eine individuelle Grenze, die sich nach ihrem höchsten Bruttoeinkommen der letzten 15 Jahre richtet. Mindestens dürfen Sie als teilweiser EM-Rentner pro Jahr jedoch 15.138,90 Euro (Wert für 2019) hinzuverdienen. Für den Hinzuverdienst stellt sich also nicht die Frage, wie viele Stunden Sie zusätzlich zur Erwerbsminderungsrente arbeiten dürfen, sondern wie viel Sie durch Ihren Hinzuverdienst genau verdienen.

Auswirkungen von Mehrverdienst

Falls Sie die Hinzuverdienstgrenze überschreiten, hat das finanzielle Einbußen bei der EM-Rente zur Folge. Die Rentenversicherung teilt den Betrag über Ihrer individuellen Hinzuverdienstgrenze durch 12 und zieht Ihnen 40 Prozent davon pro Monat ab (also nicht den gesamten Betrag).

Wenn Sie beispielsweise die volle Erwerbsminderungsrente erhalten, aber die Grenze von 6.300 Euro um 1.200 Euro überschreiten, sind das 100 Euro im Monat. Davon werden Ihnen 40 Prozent, also monatlich 40 Euro, von der EM-Rente abgezogen. Bei einer teilweisen Erwerbsminderungsrente gilt die gleiche Formel. Hier hängt die Grenze allerdings von Ihrer persönlichen Situation ab.
Geben Sie Ihren erwarteten Hinzuverdienst am besten direkt mit dem Antrag auf Erwerbsminderungsrente an. So ersparen Sie sich Rückzahlungen und eventuelle Strafzahlungen. Sollte sich Ihr Gesundheitszustand bessern und Sie können wieder mehr als drei oder als sechs Stunden am Tag arbeiten, sollten Sie dies ebenfalls direkt bei der Rentenversicherung melden.

2 Antworten auf „Erwerbsminderungsrente: Wieviele Stunden darf ich arbeiten?“

  1. Hallo,

    Ich kriege Voll Erwerbsminderungsrente und wohne in Bayern.
    Ich arbeite im Monat insgesamt 12 Stunden. Wöchentlich 2 mal jeweils 1,5 Stunden. Ist das rechtlich möglich?

    Mit freundlichen Grüßen

  2. Bei der vollen Erwerbsunfähigkeitsrente dürfen höchsten 3 Stunden pro Tag rentenunschädlich gearbeitet werden. Zählen z.b. 2 Stunden pro Tag (10 Stunden pro Woche) Pflege eines Angehörigen und 3 Stunden Pro Tag (15 Stunden pro Woche) in einem Minijobs zu diesen zu diesen 3 Stunden?

    Mit freundlichen Grüßen
    Horst Jubt

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